Wer googelt wie oft wir lügen, bekommt das Ergebnis: „Häufig sagen wir die Wahrheit, aber durchschnittlich lügt jeder 25 Mal am Tag. In bestimmten Situationen lassen wir Informationen weg oder geben sie nicht korrekt wieder. Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass jeder Mensch bis zu 200 Mal am Tag lügt.“
Sicher gibt es viele Situationen, in denen wir etwas weglassen oder sogar lügen, um taktvoll zu sein, andere nicht zu beleidigen.
Sicher sind diese „Schummeleien“ zu entschuldigen.
Ich will hier auch nicht fordern, generell immer die Wahrheit zu sagen in allen Situationen. Das wäre auch unklug – z. B. wenn man in einem repressiven System lebt.
Ich empfehle es aber dringend in allen Geschäftsbeziehungen. Machen Sie in solchen Beziehungen nie etwas, bei dem Sie verdeckt zu Lasten Ihres Geschäftspartners auch nur einen kleinen Vorteil für sich herausholen. Tun Sie nie etwas, was gegen Vereinbarungen verstößt.
Sie laufen sonst Gefahr, dass es entdeckt wird und verlieren das Vertrauen Ihres Geschäftspartners.
Wenn Sie so etwas mit Erfolg gemacht haben, der Partner es also nicht herausbekam, besteht die Gefahr, dass Sie es in einer anderen Situation wiederholen – und so steigt die Gefahr, entdeckt zu werden.
Außerdem kann es sein, dass Sie Ihr Gewissen plagt, dass Ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigt wird und Sie das psychisch mehr kostet als der finanzielle Vorteil wert ist, den Sie gewonnen haben.
Ich erinnere, dass mein Geschäftspartner einmal PKW-Kilometer abgerechnet hatte – obwohl er günstig mit der Bahn gefahren war. Wir berechnen sowas zwar dem Kunden weiter – aber auch Kunden sollte man nie übervorteilen. Auch hier entsteht ein Vertrauensverhältnis, was zu pflegen ist. Er sah das ein. Wir arbeiten bis heute vertrauensvoll zusammen.
Wie geht man nun damit um, wenn ein Geschäftspartner Sie betrügt oder hintergeht?
Mir ist es einmal passiert, dass ein Geschäftspartner meine Unterschrift gefälscht hat im Rahmen einer Selbstauskunft gegenüber seiner Bank. Ihm standen angeblich noch unbezahlte Provisionsansprüche zu.
Ich habe mich damals von ihm getrennt – obwohl er mich selbst nicht geschädigt hatte und er ansonsten gute Arbeit leistete. Aber es war mein Vertrauen erloschen.
Vielleicht war das etwas zu hart, denke ich im Nachhinein. Es wurde für ihn alles dadurch ja nur noch schlimmer. Und ich musste Ersatz suchen, er hatte sehr gute Arbeitsergebnisse.
Mit einem anderen Partner hatte ich eine Vereinbarung, dass wir alle Immobiliengeschäfte zusammen machen. Ich fand heraus, dass er in einer Stadt nun mit einem anderen Immobilienkaufmann bezüglich einer Immobilie eine Kooperation eingegangen war.
Ich habe natürlich protestiert – und er bot mir an, mich an dem Geschäft zu beteiligen.
Ich habe mich nicht von ihm getrennt. Der Schaden durch den Verlust seines Kapitals in den anderen Geschäften wäre sehr groß gewesen. Ich hätte mir selbst sehr geschadet. Aber das Vertrauen war beschädigt, und ich war in der Zukunft vorsichtiger.

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