Wir lesen immer wieder, wie wichtig es ist, sich für andere Menschen zu interessieren – das gehört ja zur „Sozialen Intelligenz“.
Deshalb ab heute: Wenn Sie jemandem neu begegnen, dann merken Sie sich dessen Namen. Wenn Sie den Namen nicht genau verstanden haben, fragen Sie noch einmal nach. Lassen Sie sich ggf. den Namen buchstabieren!
Viel sind dafür schon zu ängstlich. Indirekt geben sie ja zu, dass sie ein schlechtes Gehör haben oder sich nicht konzentriert haben.
Oder sie haben die Befürchtung, dass sie dadurch den anderen kritisieren, weil er undeutlich gesprochen hat.
Oder Sie wollen die Zeit nicht investieren, im Thema vorankommen.
Keine Angst!! Nur Mut!! Mut!!
Ihr Gesprächspartner erlebt das als Interesse an seiner Person. Es ist für ihn eine Wertschätzung. Und er hasst es, falsch angesprochen zu werden. Ich heiße ja „Anton“, werde aber oft mit „Herr Arnold“ angesprochen.
Also investieren Sie die Zeit! Und merken Sie sich den Namen bewusst. Konstruieren Sie eine Merkhilfe. Ich sage zum Beispiel: „Anton – wie der este Buchstabe im Buchstabieralphabet“. Oder wie „Anton aus Tirol“.
(Übrigens: Denken Sie sich auch für Ihren Namen eine Merkhilfe aus und helfen so Ihrem Gesprächspartner!)
Wenn Sie im Gespräch sind, machen Sie sich immer Notizen. Und schreiben Sie sich den Namen auf. Ja, Sie sagen dem anderen damit, dass Sie ein schlechtes Gedächtnis haben. Aber das macht Sie menschlich. Der andere fühlt sich vielleicht sogar besser, weil er ein gutes Gedächtnis hat.
Und nun sprechen Sie den anderen ab und zu mit seinem Namen an. „Das ist richtig, Herr Anton“, „einen Punkt möchte ich noch ergänzen, Herr Anton“.
Und nach dem Gespräch notieren Sie sich in Ihrem Adressbuch im Smartphone den Namen und einige wichtige Dinge, die der andere Ihnen über sich gesagt hat. Ob er verheiratet ist und Kinder hat, ein Hobby, was ihm wichtig ist, wofür er sich interessiert, was er Ihnen über sich gesagt hat.
Beim nächsten Gespräch können Sie dann ihr Gedächtnis etwas auffrischen und darauf Bezug nehmen.
Das alles erlebt Ihr Gesprächspartner als Wertschätzung, Sie werden ihm dadurch sympathischer. Und es trainiert Ihr Gedächtnis und Sie fangen wirklich an, sich für andere Menschen zu interessieren.
Übrigens sehen Sie hier, an wie vielen Schlüsselqualifikationen Sie beim „sich Namen merken“ arbeiten:
Selbstkompetenz: Sie gehen mit Ihren Ängsten und Befürchtungen um und fassen Mut, den anderen seinen Namen buchstabieren zu lassen. Sie entwickeln Interessen weiter.
Sozialkompetenz: Sie schulen Ihre Wahrnehmung – wie der andere Sie verstehen kann oder was er heraushört, wenn Sie noch mal nach seinem Namen fragen.
Methodenkompetenz: Sie entwickeln Techniken, um sich einen Namen besser merken zu können: Wiederholung des Namens, Merkhilfe finden.

Heute hatte ich Gelegenheit, meine Empfehlungen auszuprobieren. Wir besichtigten ein Haus mit einem Makler. Meine Tochter hatte den Namen notiert, Herr Venghaus. Ich dachte mit Hausbesichtigung als Name “Haus”, das passt. Aber Veng? Ich merkte mit stattdessen “Peng!!”
Schon bei der Begrüßung konnte ich ihn mit Namen ansprechen. Und mehrfach nannte ich seinen Namen. Auch bei der Verabschiedung: “Auf Wiededersehen, Herr Vengmann”.
Wenn jemand auch ein Beispiel erlebt hat . bitte hier als Kommentar beschreiben!