Sie sind für Ihre Reaktion selbst verantwortlich!

by | Jul 4, 2023 | Soft Skills | 0 comments

Schon Kinder behaupten gerne: „Der hat angefangen” oder “der ist schuld, nicht ich”. Und so sehen wir unser Verhalten oft als logische, zwangsläufige Folge des Verhaltens anderer. Wenn wir uns zum Beispiel kritisiert fühlen, ist unsere spontane Reaktion: Verteidigung, Gegenangriff oder Flucht. 

Wenn wir hören: “Sag mal, Du redest hier ununterbrochen! Nun halt mal die Luft an!” Wer würde die Kritik in einer solche Situation mit eigenen Worten wiederholen, z. B.: „Du meinst also, ich sollte mich etwas mehr zurückhalten?“
Aber gerade das würde die Situation entspannen. Eine lange Verteidigungsrede oder der Gegenangriff: “Du bist doch der, der ununterbrochen sabbelt!” würde dagegen die Situation verschärfen. Wenn Sie aktiv zuhören, also das Gesagte kurz mit eigenen Worten wiedergeben, ermuntert das Ihren Gesprächspartner, sich Luft zu machen und beruhigt die Situation. Dann sind Sie nicht ein Opfer des Verhaltens des anderen sondern Sie übernehmen die Verantwortung für Ihre Reaktion, Sie gestalten Ihr Verhalten.

Wir hören immer: „Sei spontan, sei Du selbst, sei authentisch!“  Das können wir auch sein – solange wir uns wohl fühlen, alles im grünen Bereich ist. Sobald aber Spannung aufkommt, wir uns unwohl fühlen, uns angegriffen fühlen, sollten wir auf bewusstes Verhalten umschalten. Wenn wir stattdessen unseren Gefühlen folgen, kann es daneben gehen. 

Fragen wir uns zunächst, was unser negatives Gefühl, unsere Ablehnung hervorgerufen hat. Eine Möglichkeit besteht darin: Wir geben das Gehörte mit eigenen Worten wieder und fragen, ob das so richtig verstanden wurde. Und vor allem: Versuchen wir, unsere „heitere Gelassenheit“ zurückzugewinnen, bleiben wir ruhig und freundlich. Sich beruhigen, einmal durchatmen, eventuell sogar eine Auszeit nehmen ist angesagt.

Erst wenn wir unsere Ruhe zurückgewonnen haben, dann sollten wir reagieren. Sonst erst mal nichts sagen, weiter zuhören, sich beruhigen. Und natürlich gibt es Situationen, in denen will der andere uns provozieren, er handelt unsachlich, wird persönlich. Dann ist „Metakommunikation“ angesagt. Wir geben diesen Eindruck ganz sachlich wieder. Und bitten um einen sachlichen, respektvollen Stil.

Die eigenen Gefühle wahrzunehmen, zu erkunden, woher sie kommen und „sich wieder beruhigen“ – das gehört zur wichtigen Emotionalen Kompetenz. Übung macht den Meister.

Und vor allem: Wie Sie reagieren, dafür sind Sie verantwortlich – nicht Ihr Gesprächspartner! Denn wir können uns statt authentisch auch bewusst verhalten. Es liegt an uns, wie wir reagieren.

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