Sorgen können uns wirklich zermürben. Wie geht die Prüfung aus? Was will der Chef von mir? Wie teuer wird es? Täglich gibt es neue Dinge, die uns drohen, die uns beunruhigen.
Glücklicherweise sind die meisten Sorgen nicht wirklich gravierend. Fragen Sie sich zum Beispiel einmal: “Würde ich den kleinen Finger meiner linken Hand dafür geben?” Es gibt glücklicherweise nur wenige Sorgen, die wirklich dieses Opfer wert sind. Ihre Schlussfolgerung: “Es hätte schlimmer kommen können.” Freuen Sie sich, dass es noch einmal einigermaßen gut ausgegangen ist.
Eine bewährte Strategie ist: Stellen Sie sich vor, was schlimmstenfalls passieren könnte. Und überlegen Sie, was dieser schlimmste Fall für Sie bedeuten würde. Und finden Sie sich damit ab. Und nun versuchen Sie, den Schaden so klein wie möglich zu halten. Dann lohnt sich für Sie jede Anstrengung. Denn jede Aktivität bringt Ihnen praktisch einen Gewinn.
Erfolgreich ist auch das Prinzip, in zeitdichten Schotten zu leben. Grenzen Sie sich gedanklich ab gegenüber gestern und morgen! Grübeln Sie nicht, was Sie gestern hätten besser machen können. Denken Sie nicht an Probleme, die morgen oder in der Zukunft liegen. Leben Sie den aktuellen Tag nach Ihren besten Möglichkeiten. Verbieten Sie sich alle andern Gedanken. Sie haben die Macht, Ihre Gedanken zu lenken und sich auf das Heute zu konzentrieren. Übrigens ist das eine der wichtigsten Devisen der Anonymen Alkoholiker, die ständig einen Rückfall befürchten und sich fragen, wie sie den für alle Zukunft verhindern können. Sich auf den Tag heute zu konzentrieren, das kann man schaffen. Und morgen ist ein euer Tag.

Der Sturmschaden
Ich saß unter meiner Markise vom Wohnmobil als plötzlich aus heiterem Himmel eine Windböe kam, die Plane und die ganze Markise hochhob. Ich sprang auf, hielt die Markise fest, mein Nachbar half mir sofort. Aber es gelang uns nicht, die Markise zu halten. Der Wind war so stark, dass er uns die schwere Markise aus den Händen riss. Sie flog hoch, knallte auf den Boden die 4m lange Blende brach ab, das Markisentuch riss und flatterte wie eine riesige Fahne im Wind.
Es gelang dann, das Tuch mit der Kurbel etwas einzurollen.
Beide Markisenarme standen ab und ich demontierte sie als der Wind etwas nachließ.
Ich bin nur haftpflichtversichert, muss also solch einen Sturmschaden selbst tragen. Mein Wohnmobilhändler teilte mir auf meine Anfrage mit: “Das Ding ist hin, eine neue kostet 1.300€ plus Montage.” Mit diesem Höchstschaden musste ich mich also abfinden. Okay, sowas passiert mal. Pech gehabt. Aber wie könnte man nun den Schaden kleiner halten?
Eigentlich brauchte ich neu nur die zwei abgebrochenen Endstücke der Arme, mit denen das Vorderteil befestigt war. Das Tuch war direkt an dem Vorderteil abgerissen, man müsste es kürzen können und vorne wieder befestigen können.
Mit Hilfe eines Freundes fang ich einen Versandhändler, der mir 25€ die beiden fehlenden Teile zusandte. Er hatte einen aufwändigen Internetauftritt, in dem alle Markisen von Thule verzeichnet waren und ihre Teile in “Explosionszeichnungen”.
Im Internet fand ich dann einen Planenmacher, der bereit war, den Markisenstoff zu demontieren, zu kürzen, mit einem neuen Keder zu versehen und wieder zu montieren. Kostete insgesamt 270€.
So funktionierte die Markise wieder, ich war 320€ statt mehr als 1.300€ losgeworden.
Alles ist hier so einfach geschildert. Aber versetzen Sie sich in meine Lage: Als die Markise abgerissen war, machte ich mir Sorgen über die Kosten, die Reparierbarkeit, ob der Schaden versichert sei.
Der schlimmste Schaden wäre also rund 1.400€ (Markise mit Montage). Der günstigste Fall, die Markise wäre versichert. Ich hätte nur meine Selbstbeteiligung zu zahlen.
Ich fand mich als erst einmal mit den 1.400€ ab. Dann rief ich die Versicherung an – leider war der Schaden nicht versichert. Und nun machte ich mich an die Arbeit, den Schaden möglichst niedrig zu halten.