Wie würden Sie Ihren Charakter beschreiben, was ist für Sie typisch?

by | Jul 8, 2023 | Soft Skills | 0 comments

Ein oft angewandter und umfangreicher Persönlichkeitstest ist der Freiburger Persönlichkeitsinventartest.

Er besteht aus 138 Fragen und Sie können dort einmal testen, wie Sie sich als Persönlichkeit sehen (einfach googeln).

Zwei Persönlichkeitsmerkmale sind den meisten bekannt: 

* Introvertiert oder extrovertiert?

Sind Sie im Kontakt mit anderen Menschen eher zurückhaltend, reserviert, hören eher zu

oder gehen Sie auf andere zu, plaudern gerne, erzählen auch von sich?

Zunächst einmal ist es eine Bestandsaufnahme. Sie können auch andere fragen, wie die Sie einschätzen. Und nun können Sie überlegen, ob Sie Ihr Verhalten ändern wollen – oder ob Sie damit zufrieden sind.

Denken Sie auch einmal darüber nach, ob Sie es eventuell übertreiben: Sind Sie sehr verschlossen, misstrauisch, kontaktscheu oder kommen bei Ihnen die anderen gar nicht zu Wort, sind Sie schon aufdringlich?

Wir erkennen hier wieder das an anderer Stelle besprochene Hellwigsche Wertequadrat. Die beiden Seiten und ihre Übertreibungen:

Kontaktfreunde   Nähe                        Zurückhaltung   Distanz

Aufdringlichkeit                                    Kontaktscheu

Auch ein zweites Persönlichkeitsmerkmal lässt sich betrachten:

Wechsel                                            Ordnung

Chaos                                                 Ordnungsfimmel

Sind Sie eher wechselorientiert, lieben Neues, probieren gerne etwas aus, ändern auch gerne Ihre Meinung – oder hat bei Ihnen alles System, muss seinen Platz haben, Sie wissen gerne, was auf Sie zukommt.

Die Gefahr solcher Systeme ist eine Typologisierung a la „Sie sind…“. Das ist hier nicht gemeint. Es geht um die Frage, wie Sie sich sehen und wie andere Sie sehen – und es geht auch um eine Verhaltensänderung und damit Persönlichkeitsentwicklung.

Vergleichbar ist das mit dem „Inneren Team“. Welche Persönlichkeiten spielen bei Ihnen die Hauptrolle? Der Schüchterne oder der Aufreißer, der Systematische oder der Fünfe gerade sein Lasser.

Analog ist auch das Rollenkonzept aus der Soziologie zu verstehen: Wie verhalten wir uns je nach gesellschaftlicher Position? Sind wir Lehrer, Polizist, Besserwisser, der Psychologe, der Zuhörer, der Gutmütige, der Strenge.

Vielleicht haben Sie auch schon einmal von der „Transaktionsanalyse“  (Eric Berne) gehört. Hier geht es um drei „Rollen: Das Erwachsenen-Ich, Das Eltern-Ich und das Kind-Ich. Und z. B. das Kind-Ich kann rebellisch oder angepasst sein. Wir neigen dazu, die entsprechenden (komplementären) Rollen einzunehmen. Wenn wir den „strengen Vater“ in unserem Gesprächspartner erleben, dann neigen wir dazu, unsere frühere Kinderrolle einzunehmen. Wir sind also entweder rebellisch oder angepasst.

Die Herausforderung ist nun, das zu erkennen, es sich bewusst zu machen. Und dann eher wie von Erwachsenen zu Erwachsenen zu agieren – und das mit der Grundeinstellung: „Ich bin okay, Du bist okay“. Damit kommt man am weitesten.

Oft haben wir jedoch die Einstellung: „Ich bin okay, Du bist nicht okay“. Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir bei unserem Gesprächspartner wenig Zuhörbereitschaft erleben. Denn er spürt das an dem Klang unserer Stimme, an unserer Mimik und Gestik.

Selbstbewusstsein heißt, sich all diese Vorgänge bewusst zu machen – und besonders in kritischen Situationen bewusst zu agieren. 

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