So gestalten Sie ein erfülltes Leben

by | Aug 5, 2023 | Soft Skills | 1 comment

Habe ich ein erfülltes Leben gehabt? Das ist eher eine Frage, die man sich im Alter als Rückblick stellt. Und da ist es gut, wenn man für sein Leben dankbar ist, auf die wichtigen Ereignisse zurückblickt. Wie hat man die Schicksalsschläge gemeistert, glückliche Zufälle genutzt, welches waren die besonderen Ereignisse.

Aber man kann sich die Frage auch als jüngerer Mensch stellen, sich fragen, was denn zu einem erfüllten Leben gehören sollte, was man schon erreicht hat, woran man noch arbeiten könnte. Hierbei kann man ich meinen Blick auf zwei Bereiche lenken, die sich gegenseitig ergänzen (siehe Hellwigsches Wertequadrat), den persönlichen und den gesellschaftlichen Bereich.

1. Persönlich:
Welche Träume habe ich, was möchte ich gerne erreichen? Gibt es finanzielle Ziele, gibt es bestimmte Dinge, Besitz, Abenteuer, Erlebnisse, Reisen, Erfahrungen? Hier stellt sich auch die Frage, will ich das wirklich selbst – oder ist es durch Werbung von außen an mich herangetragen, stimmt aber mit mir als Persönlichkeit wenig überein.
Zum persönlichen Bereich gehören auch die anthropologischen Vorgaben, die ich für ein erfülltes Leben habe: Für meine Grundbedürfnisse sorgen, Wohnung, Essen und Trinken, Sicherheit. einen Lebenspartner finden, Kinder haben und sie bis in die Selbständigkeit begleiten.
Ein erfülltes Leben ist hier im persönlichen Bereich ein “volles Leben”, indem ich meine persönlichen Bedürfnisse erkenne und bediene. Hierzu gehört auch das Bedürfnis nach Autonomie, nach Selbständigkeit und Selbstbestimmung, möglichst geringer Abhängigkeit.
Die höchste Stufe im persönlichen Bereich ist die Selbstverwirklichung, die Selbsterfüllung. Führe ich ein Leben, dass mit meinen Stärken und Schwächen übereinstimmt? Wie steht es um mein inneres Team? Sind dort alle Mitglieder vorhanden und haben sie ihren Auftritt – oder muss ich am Team arbeiten?

2. Gesellschaftlich
Der Gegenspieler der Autonomie, der Selbständigkeit ist das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Gesellschaft, Partnerschaft. Hier muss ich mich bezüglich meiner Autonomie zurücknehmen und Kompromisse schließen, sogar Abhängigkeiten eingehen.
Zum Gesellschaftlichen gehört auch die Frage: Hat mein Leben einen Sinn, der über die Selbsterfüllung hinausgeht? Gebe ich der Gesellschaft etwas Wichtiges? Hat mein Dasein auch einen gesellschaftlichen Nutzen?

Schlussfolgerung
Es geht weniger darum, hier Punkte abzuhaken. Es geht vielmehr darum, einmal innezuhalten und sich zu fragen:
Was ist mir wirklich wichtig? Was sind meine Werte? Wie will ich mich entwickeln? Fehlt mir etwas? Was sind meine Stärken, wie kann ich sie einsetzen? Wie meistere ich diesen Schicksalsschlag? Ist dieser Zufall jetzt eine Chance für mich?
Gleichzeitig sollten wir auch das Leben wie es ist würdigen und dankbar sein, dass wir (durch glückliche Zufälle) überhaupt leben.

Noch eine kleine Zusatzbemerkung: In unserer aufgeklärten Gesellschaft mit umfangreicher naturwissenschaftlicher und philosophischer Bildung spielt die Religion eine geringere Rolle als früher. Nur wenige Menschen glauben an und hoffen auf ein Leben nach dem Tod. Auch deshalb ist unser jetzt gegebenes Leben umso wichtiger. Aber wir können auch aus den Religionen Anregungen für ein erfülltes Leben beziehen und in unser persönliches Konzept integrieren.

Wer sich mit dem Thema intensiver befassen will, dem empfehle ich das Buch “Erfülltes Leben” von Friedemann Schulz-von-Thun.

1 Comment

  1. Dr. Anton

    Ich bin 1949 geboren und kann durchaus einen Rückblick wagen:
    Ich habe schon mit 17 meine Frau gefunden, mit der ich auch heute noch zusammenlebe. Wir haben drei Kinder und sechs Enkelkinder, und wir haben zu allen ein gutes Verhältnis. Wir sind in einen überschaubaren Verwandten- und Freundeskreis gut eingebunden.
    Ich lebe drogenfrei, habe Normalgewicht, bin weitgehend gesund und kümmere mich durch Sport und Fitnessprogramme um meine körperliche Gesundheit.
    Wirtschaftlich war ich sehr erfolgreich. Mir war Unabhängigkeit und Selbständigkeit sehr wichtig, und ich habe mehrere Geschäftsmöglichkeiten gefunden und erfolgreich genutzt. Ich konnte schon mit 30 von den Erträgen meines Vermögens leben und brauchte nicht mehr für Geld zu arbeiten.
    Ich habe schöne Autos, ein Wohnmobil, ein attraktives Haus und zwei Zweitwohnsitze. Wir sind viel verreist und haben die ganze Welt gesehen – am ausführlichsten war eine 111-tägige Weltreise mit einem Kreuzfahrtschiff.
    Ich hatte das Glück, immer beruflich etwas tun zu können, mit dem ich auch in Bezug auf meinen gesellschaftlichen Lebenssinn übereinstimmen konnte. Ich verkaufte Fertighäuser für ein schönes Zuhause, trainierte Mitarbeiter für mehr Erfolg im Beruf und helfe durch die Aufteilung von Mietshäuser in Eigentumswohnungen, dass mehr Menschen im Eigentum wohnen können.
    Außerdem engagiere ich mich mit unserer Gisela und Dr. Fred Anton Stiftung im Bereich der Drogenprävention, der politischen Bildung und der Entwicklung von Schlüsselqualifikationen.

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