Werden Sie Frugalist!

by | Aug 1, 2023 | Soft Skills | 1 comment

Frugal hat die Bedeutungen: Einfach, genügsam, bescheiden, schlicht – im übertriebenen Sinne dann ärmlich, karg, puritanisch, mickrig, popelig (Siehe Skill “Hellwigsches Wertequadrat”).

Im positiven Sinne ist es also eine Lebensführung, die Rücksicht auf den Ressourcenverbrauch nimmt, die Völlerei und Luxus ablehnt. Vielleicht ist sie auch etwas zu sparsam, eher geizig. Jeder muss hier selbst die Grenzen ausloten.

Der Vorteil dieser Lebensführung: Man orientiert sich bei seinem Konsum, bei seinen Ausgaben nicht an den Einnahmen. Man überlegt, was man wirklich braucht. Dadurch hat man jeden Monat Geld übrig und kann Geld sparen. Je höher die Sparquote – desto höher der Ertrag aus den Zinsen oder die Dividenden oder die Kurssteigerungen.
Und bald liefern diese Einnahmen auch durch den Zinseszinseffekt einen wesentlichen Teil des eigenen Verbrauchs. Manche können dann schon mit 40 von diesen Einnahmen leben, und sie brauchen nicht mehr zu arbeiten.

In den USA ist hieraus eine ganze Bewegung geworden: “FIRE” (financial independent retire early), finanziell unabhängig werden und sich früh aus dem Arbeitsleben zurückziehen. Man kann dann zwar weiterhin arbeiten – aber man macht nur noch das, was einem Spaß macht, was einen herausfordert.

Wer Geld spart und anlegt, der muss sich mit dem umfangreichen Thema Geldanlage befassen. Denn man kann auch angelegtes Geld verlieren. Es gibt “gehebelte” Anlageprodukte, die einen sogar in echte Schwierigkeiten bringen können. Deshalb ist die Geldanlage für die Frugalisten ein großes Thema. Es gibt ein Forum im Internet, in dem sich Frugalisten austauschen. Blicken Sie einmal hinein und lesen Sie ein paar Beiträge: www.frugalisten.de.

1 Comment

  1. Dr. Anton

    Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ist für mich schon immer der Maßstab bei Anschaffungen gewesen. Ich kaufe durchaus auch Markengeräte, bei Haushaltsgeräten gerne von Miele, weil die einfach qualitativ sehr gut sind, sie durchaus 20 Jahre halten. Aber das E-Bike kann durchaus von Aldi sein für 1.100€ statt 2.200€ mindestens für ein Markenrad. Auch bei Haferflocken und anderen Produkten können es gerne die Hausmarken der Discounter sein. Warum soll ich für Kölln-Flocken das Doppelte ausgeben?
    So hatte ich immer Geld übrig. Und schon als ich Anfang 20 war, hatte ich das Ziel, von den Erträgen meiner Ersparnisse leben zu können. Ich kaufte ein 8-Familienhaus in der Edgar-Roß-Str. 4 in Hamburg Eppendorf für damals 425.000DM, das rund 2.600DM Miete monatlich brachte. Die 30.000DM Anzahlung hatte ich angespart, den Rest finanzierte die Bayerische Hypotheken und Wechselbank. Ich dachte, wenn ich das Haus abbezahlt habe, dann kann ich von den 2.600DM Miete leben und brauche nicht mehr zu arbeiten.
    Ich konnte jedoch nach 2 1/2 Jahren vier der Wohnungen für zusammen 500.000DM verkaufen. Die Bank verlangte kein Geld anteilig zurück, sie sah ausreichend Sicherheit in den verbleibenden vier Wohnungen. So hatte ich 500.000DM Startkapital für das Geschäft der Umwandlung von Mehrfamilienhäuser in Eigentumswohnungen, was ich heute noch betreibe. Mit 30 Jahren war ich also schon finanziell unabhängig – auf frugaler Basis.

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